Zu sehen ist ein Foto der Premiere von Kitesh an der Oper Halle.
»Kitesh«, Hauen und Stechen © Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Falk Wenzel

NOperas! / feXm

Förderprogramm für neue Spielformen im Musiktheater

Der »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm) von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW ist seit anderthalb Jahrzehnten die einschlägige Förderinitiative für neue Musiktheaterformate im deutschsprachigen Raum, entwickelt und produziert gemeinsam mit Ensembles in der freien Theaterszene und im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern.

Seit 2018 erweitert die Initiative »NOperas!« maßgeblich Dimension und Außenwirkung des feXm: Innerhalb einer Dauer von drei Spielzeiten vereint sie mehrere Theater – auch außerhalb von NRW – um pro Saison gemeinsam ein Musiktheaterprojekt zu entwickeln und auf allen Bühnen in unterschiedlichen ortsspezifischen Projektvarianten zu zeigen. Auf der Basis jährlicher Ausschreibungen entscheidet eine Jury ausgewiesener Fachleute gemeinsam mit den Trägern NRWKS und Kunststiftung NRW sowie den beteiligten Theatern über die Auswahl des Projekts, das mit bis zu 200.000 Euro gefördert wird.

Mit dem Projekt »Obsessions« der Komponistin Yiran Zhao und der Theatergruppe Oblivia startete in der Spielzeit 2021/22 die dritte Produktion von »NOperas!«. Drei Sänger:innen, drei Performer:innen und sechs Musiker:innen irrlichtern durch Raum und Zeit, durchstreifen das Feld des Politischen und Privaten und entlarven spielerisch immer neu die Macht der Begierden als Triebfeder menschlichen Verhaltens. Erstproduzierendes Haus war das Theater Bremen, wo am 19.02.2022 die Premiere stattfand. Weitere Aufführungen waren am 22. und 27.02. zu erleben. Aufgrund extremer Beeinträchtigungen des Spielbetriebs an der Oper Wuppertal durch das Hochwasser im Sommer 2021 musste die dortige Weiterentwicklung des Projekts in die Spielzeit 2022/23 verschoben werden. Die Premiere findet am 03.12.2022 statt.

Mit Beginn der Spielzeit 2022/23 startet das erste Projekt der zweiten Dreijahresstaffel. Ausgewählt wurde eine Produktion der schweizerisch-deutschen Gruppe HIATUS, bestehend aus dem Komponisten Duri Collenberg, dem Improvisationsmusiker Lukas Rickli und der Theatermacherin Uta Plate. Im Zentrum ihres Projekts, das Elemente eines Audio- und Video-Walks im öffentlichen Raum mit der Theateraktion von Sänger:innen und Instrumentalist:innen verschmilzt, stehen das Erleben, Denken und Fühlen einer ausgewählten Gruppe von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen. Beteiligt sind das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen und erneut das Theater Bremen. Im Vorfeld entsteht in Kooperation mit dem Züricher »Blickfelder Festival« die installative Arbeit »Vier Viertel«, die vom 11. bis 19.6. dort zu erleben ist.

Die fünfte Ausschreibungsrunde läuft: Bis zum 15.07.2022 können sich wieder europaweit Teams bewerben, die gemeinsam das Zusammenspiel der Theaterebenen (Komposition, Text, Regie, Bühne) verantworten. Beteiligt an diesem Turnus sind das Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen, das Theater Bremen und erstmals das Staatstheater Darmstadt. Erstproduzierendes Haus wird das Musiktheater im Revier sein.