Obsessions, Theater Bremen © Jörg Landsberg

NOperas! / feXm

Förderprogramm für neue Formate im Musiktheater

Der »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm) ist seit fast zwei Jahrzehnten die einschlägige Förderinitiative für neue Musiktheaterformate im deutschsprachigen Raum. Er entwickelt, fördert und produziert gemeinsam mit Ensembles in der freien Theaterszene und im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern. Der feXm wurde 2005 vom NRW KULTURsekretariat initiiert und bis 2023 gemeinsam mit der Kunststiftung NRW getragen. Ab der Spielzeit 2024/25 wird der Fonds mit seiner Initiative »NOperas!« in der alleinigen Trägerschaft vom NRWKS fortgeführt.

Seit 2018 vereint »NOperas!« jeweils innerhalb einer Dauer von drei Spielzeiten mehrere Theater, auch außerhalb von NRW, um pro Saison gemeinsam ein Musiktheaterprojekt zu entwickeln und auf allen Bühnen in unterschiedlichen ortsspezifschen Projektvarianten zu zeigen. Damit wird ein sowohl künstlerisch als auch ökologisch nachhaltiger Weg ermöglicht, der statt des »Produktes« den Prozess in den Mittelpunkt rückt. Auf der Basis jährlicher Ausschreibungen entscheidet eine Jury mit den Beteiligten der Theater und des Trägers sowie mit externen Expert:innen über die Auswahl des Projekts, das mit bis zu 200.000 Euro gefördert wird. Die Ausschreibung für die Spielzeit 2025/26 ist Anfang Mai gestartet und läuft bis zum 15.07.2024.

In der zweiten Hälfte der Spielzeit 2023/24 wurde die fünfte »NOperas!«-Produktion uraufgeführt – realisiert von einem internationalen Team aus Davor Vincze (Komposition), Aleksandar Hut Kono
(Libretto), Premil Petrović (Dirigat), Heinrich Horwitz (Regie), Magdalena Emmerig (Bühne, Kostüm), Rosa Wernecke (Video, Licht) und Jasna Witkoski (Künstlerische Produktionsleitung). Unter dem Titel »Freedom Collective« ist das Publikum eingeladen, in ein immersives Theaterlabyrinth an der Schnittstelle unterschiedlicher Wirklichkeiten und Erlebnisebenen einzutauchen. Die Erstproduktion lag beim Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, wo am 10.02.2024 die Premiere stattfand (weitere Termine: 11. und 17.02.). Danach folgte die Weiterentwicklung am Theater Bremen (Premiere: 30.03., weitere Termine 04.04. und 07.04.) und am Staatstheater Darmstadt (Premiere: 24.05., weitere Termine 06.06., 15.06. und 23.06.).

Für die Spielzeit 2024/25 wurde ein Konzept des neu entstandenen Kollektivs »Dritte Degeneration Ost« ausgewählt, zu dem sich die Künstler:innen Mathias Baresel, Antonia Beeskow, Romy Dins, Friederike Gawenda, Frithjof Gawenda und Laurenz Raschke zusammengeschlossen haben. Die sechste »NOperas!«-Arbeit thematisiert den Widerstand eines ostdeutschen Punkmusikers gegen das DDR-Regime sowie seine erfolglose Suche nach Freiheit im wiedervereinigten Deutschland. Beteiligt an dieser Produktion, mit der der zweite Dreijahreszyklus zum Abschluss kommt, sind die Theater in Bremen, Gelsenkirchen und Darmstadt.