Zu sehen ist ein Foto der Premiere von Kitesh an der Oper Halle.
»Kitesh«, Hauen und Stechen © Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Falk Wenzel

NOperas! / feXm

Förderprogramm für neue Spielformen im Musiktheater

Der »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm) von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW ist seit anderthalb Jahrzehnten die einzige einschlägige Förderinitiative im deutschsprachigen Raum, die gemeinsam mit Ensembles in der freien Theaterszene und im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern neue Musiktheaterformate entwickelt und produziert.

Mit dem Start seines neuen Förderprogramms »NOperas!« erweiterte der »feXm« Anfang 2019 maßgeblich die künstlerischen Ansätze und die Reichweite. Auf die Dauer von zunächst drei Spielzeiten haben sich drei deutsche Opernhäuser unter dem gemeinsamen Label »NOperas!« zu einem Verbund zusammengeschlossen. Mit ihrer inhaltlichen und strukturellen Beteiligung produzieren sie in jeder Saison gemeinsam ein Projekt, das an allen drei Häusern in unterschiedlichen ortsspezifischen Projektvarianten gezeigt wird.

Auf der Basis jährlicher Ausschreibungen entscheidet eine Jury ausgewiesener Fachleute gemeinsam mit den Trägern NRWKS und Kunststiftung NRW sowie den beteiligten Theatern über die Auswahl des Projekts, das mit bis zu 200.000 Euro gefördert wird.

Für die Spielzeit 2020/21 fiel die Wahl der Jury auf das Projekt »Kitesh« des Berliner Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen. »Kitesh« bezieht seine Inspiration aus Rimski-Korsakows wenig bekannter Oper »Die Legende von der versunkenen Stadt Kitesch« und verschmilzt die Komposition Rimskis mit Elementen von Volksmusikalischem und der eigenständigen Klangwelt des jungen russisch-italienischen Komponisten Alexander Chernyshkov. Erstproduzierendes Haus war die Oper Halle (Premiere: 18.10.2020). Aufgrund der Pandemie müssen weitere Vorstellungen für »Kitesh« in der Spielzeit 2020/21 entfallen. Aufführungen des weiterentwickelten Projekts sind nach ausführlichen Proben für Juli 2022 am Theater Bremen geplant.

Mit dem Projekt »Obsessions« der Komponistin Yiran Zhao und der finnischen Theatergruppe Oblivia startet in der Spielzeit 2021/22 in Bremen und Wuppertal die dritte »NOperas!«-Produktion. Die Oper Halle hingegen ist an dieser Produktion nicht mehr beteiligt. Das Projekt, das vom »feXm« mit 170.000 Euro gefördert wird, soll neben den Performer:innen von Oblivia auch Musiker:innen und Sänger:innen aus den Ensembles der beteiligten Bühnen einbeziehen. Durch Anwendung jeweils unterschiedlicher theatraler Mittel wird es an beiden Häusern zu jeweils eigenständigen Varianten in der Auseinandersetzung mit »Obsessions« kommen. Die Uraufführung am Theater Bremen wird am 19.02.2022 stattfinden, die Premiere der weiterentwickelten Versio am 19.03.2022.

Über die Auswahl des NOperas!-Projektes für die Spielzeit 2022/23 entscheidet die Jury im September 2021. Beteiligt sind innerhalb des laufenden Turnus' das Theater Bremen und das Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen. Erstproduzierendes Haus wird das Theater Bremen sein.