Beatrix Simkó »It Contains Hard Parts«, Foto: Dániel Dömölky

Tanzrecherche NRW

Das internationale Stipendienprogramm ermöglicht Tänzer:innen, Performer:innen und Choreograf:innen mehrwöchige Residenzen für themenbezogene, produktionsunabhängige Recherchen.

Die »Tanzrecherche NRW« ist ausdrücklich nicht produktionsbezogen. Seit seiner Einführung 2009 bietet das Programm die Möglichkeit zu vertiefter Auseinandersetzung mit bestimmten Themen und zur Entwicklung von künstlerischen Arbeitsweisen. Interdisziplinäre und transkulturelle Recherchen stehen im Mittelpunkt.

Geboten werden jeweils Stipendien in Höhe von bis zu 6.000 Euro sowie ein Dokumentationsbudget von bis zu 1.000 Euro, je nach Art und Umfang der Recherche.

Die Ausschreibung findet jährlich im Herbst statt. Im Anschluss erfolgt die Auswahl durch eine Jury und die Bekanntgabe der neuen Stipendiat:innen. 

Das NRWKS vermittelt den Stipendiat:innen als betreuende zentrale Kontaktstelle Begegnungen und Gespräche mit Künstler:innen und Kulturinstitutionen ganz unterschiedlicher Disziplinen und Forschungseinrichtungen und unterstützt die Präsentation abschließender Erfahrungsberichte.

Die vier Stipendiaten:innen für die Tanzrecherche 2026 sind: Ada Freund, Brig Huezo, ISaAc iSaBeL Espinoza Hidrobo und Krisna Satya.

Tanzrecherche #58 der finnischen Künstlerin Ada Freund untersucht, wie Zeit durch verkörperte und sinnliche Erfahrungen wahrgenommen wird. In Zusammenarbeit mit der lokalen Sounddesignerin Maja Prill und vor dem Hintergrund der Wuppertaler Schwebebahn eröffnet die Recherche eine interkulturelle Reflexion über Zeitbewusstsein und Zwischenzustände. 

Im Rahmen der Tanzrecherche #59 reist Brig Huezo, postdigitale:r Choreograf:in, von Köln nach Kyoto und Tokio. Von Geiko-Traditionen und Oiran-Ikonografien bis hin zu den digital verstärkten Fantasien der zeitgenössischen Hentai-Kultur erweitert Huezo eine choreografische Sprache zwischen Bewegung, Daten und Begehren. 

Für die Tanzrecherche #60 vertieft ISaAc iSaBeL Espinoza Hidrobo, Künstler:in und Aktivist:in aus Köln, ihre Praxis in Rio de Janeiro. Unter Anleitung lokaler BIPOC-Praktiker:innen knüpft ISaAc iSaBeL Espinoza Hidrobo an die gelebten Realitäten und spirituellen Techniken Rios an und verbindet die Wasserrituale des Candomblé mit queeren, vorkolonialen Kosmologien.

Der Choreograf Krisna Satya versetzt das balinesische Raumkonzept »Asta Kosala Kosali« in den urbanen Kontext Düsseldorfs. In der Tanzrecherche #61 erforscht Satya die körperliche Anpassung innerhalb des Neuen Zollhofs, wo Frank Gehrys fließende Konstruktionen zu einem Ort kultureller und architektonischer Verhandlungen werden.