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NOperas! in Münster und Saarbrücken: Neues Musiktheater-Projekt ausgewählt
Das Programm »NOperas!« des NRW KULTURsekretariats geht in die achte Runde: Aus 22 Bewerbungen wählte eine Fachjury »Drag Spirits: The Poet and the Sun« aus, ein Projekt von Binha Haase und Adrian Laugsch. Das hybride Musiktheater verbindet Oper, Drag und Videokunst miteinander und wird in der Spielzeit 2026/27 am Theater Münster sowie am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken produziert. Das Projekt wird vom Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm) und den beteiligten Häusern mit insgesamt 125.000 Euro gefördert.
Im Zentrum von »Drag Spirits: The Poet and the Sun« stehen die Figuren der:des römischen Kaiser:in Heliogabal – eine der ersten historisch nachweisbaren non-binären/trans-Personen – und Virginia Woolfs poetische Kunstfigur Orlando, die über Jahrhunderte hinweg ihr Geschlecht und ihre gesellschaftlichen Rollen wechselt. Im Rahmen einer Versuchsanordnung über die Verhältnisse von Macht, Körpern, queerer Geschichte und Selbstbestimmung lässt das Projekt beide in einer Queerbar zu einem Date aufeinandertreffen. Literarische Fiktion und historische Fakten spannen einen Bogen von der Antike bis in die
Gegenwart. Popsongs und Opernarien erscheinen als musikalisches Material und werden im Verlauf des Abends dekonstruiert, überschrieben und in neue Zusammenhänge überführt. Das Video-Bühnenbild öffnet die Grenzen zwischen Barraum, Musik-Video-Ästhetik und mythologisch-imaginären Landschaften.
Der Jury, bestehend aus ausgewiesenen Fachleuten im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters sowie Vertreter:innen der beteiligten Häuser und des Trägers, gehörten an: Vera Schöpfer (NRW KULTURsekretariat/Vorsitz), Katharina Kost-Tolmein (Theater Münster), Michael Schulz (Staatstheater Saarbrücken), Anna Melcher (Dramaturgin) und Tomasz Prasqual (Komponist).