The Whole Me 2

Eine Produktion des Orangerie Theaters Köln über Körpergedächtnis, Zensur und das Sichtbarwerden

Wie lange wirken Verbote im Körper fort, wenn äußerlich längst Freiheit herrscht? In »The Whole Me 2« untersucht die kurdisch-iranische Choreografin und Tänzerin Sarina Panahideh, wie sich Zensur, Anpassung und Migration in Bewegungen, Atem und Körperhaltung einschreiben.

»Ich bin heute frei, aber mein Körper wiederholt noch immer die alten Regeln«, beschreibt Panahideh den Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Sie wuchs im Iran in einem Umfeld auf, in dem Tanz verboten war. Auch nach ihrer Migration erlebt sie eine Verzögerung zwischen dem, was sie meint, und dem, was sie ausdrücken kann – in der Sprache ebenso wie im Körper.

Die etwa 60-minütige Performance übersetzt diese Erfahrung in eine sinnliche Versuchsanordnung aus Tanz, Raum, Klang und digitalen Bildern. Zu Beginn ist ein Körper beinahe vollständig verborgen; nur die Augen sind sichtbar. Aus Atemrhythmen, Unterbrechungen und alltäglichen Gesten entwickelt sich allmählich ein eigenes Bewegungsvokabular. Verbergen, Ausweichen und Sich-Anpassen werden zu Motiven eines ›Duetts in einer Person‹: Das innere, ehrliche und ungezähmte Selbst begegnet jenem äußeren Selbst, das gelernt hat, sich zu kontrollieren.

Vor und nach der Vorstellung kann das Publikum die Installation betreten. Die modulare Produktion ist für Theater, Museen und große Ausstellungsräume konzipiert.