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PLÄDOYER FÜR DIE UNGLÜCKLICHE LIEBE
Unsere Gesellschaft ist verliebt ins Gelingen. Nur Dinge, die passen, die geordnet zu sein scheinen, die gut funktionieren, werden goutiert. Da Vieles nicht funktioniert, wird das Gelingen allzu oft behauptet, wir spielen die Rolle desjenigen dem es gelingt, bei dem alles in Ordnung ist – »muss ja, muss ja«. Dabei wissen wir eigentlich: Oft ist es nicht die Vollendung, die Erfüllung eines Traumes, einer Hoffnung, einer Liebe, die unsere Entwicklung befördern, sondern genau das Gegenteil: Die Enttäuschung, die Nichterfüllung, die unglückliche Liebe, das Chaos in welches wir nach einem persönlichen Scheitern geraten, regt Veränderungen an, initiiert eine persönliche Weiterentwicklung und befördert Kreativität. Das griechische Wort »cháos« bedeutete übrigens ursprünglich ›ein weiter, leerer Raum‹ – bevor es zur ›ungeordneten Urmasse‹ umgedeutet wurde. Mit einem leeren Raum haben wir es auch im Theater zu tun...
In PLÄDOYER FÜR DIE UNGLÜCKLICHE LIEBE von A.TONAL Theater, Köln, und Volxbühne – Ensemble der Generationen am Theater an der Ruhr, Mülheim, setzen sich drei professionelle Performer:innen, zwei Musiker und zehn Bürger:innen unterschiedlicher Generationen und Herkunft mit dem Potential von Paradoxien und Chaos, persönlichem Scheitern und enttäuschten Hoffnungen, für die persönliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung wie für das Theatermachen selbst – in einer auf Perfektionsdenken getrimmten Gesellschaft - auseinandersetzen. Ein sinnliches Plädoyer für das Unvollkommene. Für das Widersprüchliche. Für das Authentische.