Tanzrecherche NRW

Internationales Förderprogramm für Tanzkünstler:innen

Die »Tanzrecherche NRW« bietet seit 2009 Tänzer:innen, Performer:innen und Choreograf:innen die Möglichkeit, mehrere Wochen im Jahr produktionsunabhängig zu recherchieren. Bis zu drei Künstler:innen oder Teams aus dem Ausland werden für eine Recherche mit besonderen regionalen Bezügen in kultureller, politischer, gesellschaftlicher oder wissenschaftlicher Hinsicht nach NRW eingeladen. Andersherum können mehrere NRW-Künstler:innen oder Teams im Ausland recherchieren und so ihre Arbeit durch internationale Erfahrungen bereichern.

»Tanzrecherche NRW« ist ausdrücklich nicht produktionsorientiert. Der Schwerpunkt liegt hier nicht auf der Umsetzung weitgehend fertiger Konzepte, sondern vielmehr auf der intensiven Förderung künstlerischer Arbeit und Entwicklung experimenteller Arbeitsweisen. Damit unterscheidet sich das Programm von vielen anderen Fördermodellen, nicht nur im Bereich Tanz.

Geboten werden jeweils Stipendien in  Höhe von bis zu 6.000 Euro, je nach Art und Umfang der Recherche. Die Ergebnisse werden jeweils im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (in NRW) oder digitalen Dokumentation (im Ausland) präsentiert. Das NRW KULTURsekretariat moderiert die Aufenthalte als betreuende zentrale Kontaktstelle und vermittelt Begegnungen und Gespräche mit Künstler:innen und Kulturinstitutionen ganz unterschiedlicher Disziplinen und Forschungseinrichtungen.

Auch in Zukunft will das Stipendienprogramm internationale Impulse nach NRW bringen und den Austausch zwischen internationalen Stipendiat:innen und der NRW-Szene fördern.

Mit der Tanzrecherche #36 untersucht die finnische Choreografin Outi Elena Valanto in NRW den Einfluss von sogenannter Lichtverschmutzung auf den menschlichen Körper. Den politischen und künstlerischen Dimensionen von Identität und Nationalität spürt der polnische Choreograf und Performer Dominik Więcek in der Tanzrecherche #37 nach. Und mit der Tanzrecherche #38 suchen die Salzburger Choreografin und Tänzerin Annelie Andre und der Berliner Bildhauer und Performer Jakob Blazejczak in Berg- und Tagebaugebieten nach vorhandenen Klängen und Schwingungen.

Zudem wurden zwei Stipendien an Tanzkünstler:innen vergeben, die ihren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt in einer der Mitgliedsstädte des NRWKS haben und im Ausland eine Recherche durchführen möchten.

Mit der Tanzrecherche #39 untersucht die in Köln lebende Choreografin Marje Hirvonen in New York, auf welche Art Tanz heutzutage gesellschaftlichen Widerstand ausdrückt und politische Bewegungen unterstützt. In Kopenhagen beschäftigt sich die Essener Tänzerin Mirjam Otten im Rahmen der Tanzrecherche #40 mit den Fragen von Bewahrung einerseits und Erneuerung im Sinne aktueller und relevanter Kunstproduktion andererseits im Spannungsfeld von Tradition und Moderne.

Bereits in die dritte Runde geht 2021 das Kooperationsprojekt »Sprungbrett <> Tanzrecherche NRW« von NRWKS und tanz nrw. Aus 34 Bewerbungen wurden für die Tanzrecherchen #34 und #35 zwei Kollektive um Joana Kern/Sonja Reischl/Wenta Ghebrehiwet sowie Igor Meneses Sousa/Paula Pau ausgewählt.