Die große Schere © Club Real

Impulse Theater Festival

Plattform für das Freie Theater im deutschsprachigen Raum

Das »Impulse Theater Festival« ist die wichtigste Plattform für das Freie Theater im deutschsprachigen Raum und damit das Äquivalent zum Theatertreffen der Stadt- und Staatstheater.

Auch im vierten Jahr seiner künstlerischen Leitung setzte Haiko Pfost dabei auf eine dreiteilige Programmgestaltung mit den Schwerpunkten »Showcase«, »Stadtprojekt« und »Akademie«. Dabei orientierte sich sein Ansatz erneut an dem Ziel, etablierte Positionen, Entdeckungen und eine große Vielfalt unterschiedlicher Theaterformen zu präsentieren.

Nach der erzwungenen Absage und teilweisen Verlagerung des Festivals ins Digitale 2020 fand auch die Ausgabe 2021 unter Corona-erschwerten Bedingungen statt. Zunächst hatten die Festivalmacher:innen für den Zeitraum vom 02. bis 13.06.2021 eine fast gänzlich digitale Ausgabe geplant, konnten innerhalb kürzester Zeit aber auf die Lockerungen der Corona-Beschränkungen reagieren und zu zahlreichen Veranstaltungen doch Publikum zulassen.

So fand beispielsweise die Eröffnung der AKADEMIE #1 – GESCHICHTE WIRD GEMACHT im kleinen Kreis mit geladenen Gästen ihren Auftakt. Auch zu den nur als Live-Stream geplanten SHOWCASE-Beiträgen PLAYBLACK von Joana Tischkau, MIT ECHTEN SINGEN von Tanja Krone und HATE ME, TENDER. SOLO FOR FUTURE FEMINISM von Teresa Vittucci konnte eine begrenzte Zahl von Zuschauer:innen zugelassen werden.

Das umfangreiche Programm der AKADEMIE #1 – GESCHICHTE WIRD GEMACHT bestand aus künstlerischen Arbeiten und Skizzen rund um Fragen nach ästhetischen, inhaltlichen und strukturellen Veränderungen der freien Theaterszene in den vergangenen 30 Jahren. In der Archiv-Location in Düsseldorf konnten die Besucher:innen die Beiträge der eingeladenen Residenzkünstler:innen vor Ort erleben. Parallel eröffnete das Festival auch eine digitale Plattform, auf der hochkarätige Gesprächsrunden sowie digitale künstlerische Formate, die auch über die Festivaldauer hinaus abrufbar sind. In diesem Kontext wurden auch Konzepte für innovative künstlerische Archive im Spannungsfeld analoger und digitaler Formate vorgestellt, die im Rahmen des Calls »Geschichte wird gemacht« im Herbst 2020 eingereicht wurden.

Zur digitalen Archivplattform: www.beambase.de/beambase/impulse-theater-festival/akademie-1/

Im Hybridformat mit Teilnehmer:innen aus der ganzen Welt fand die AKADEMIE #2 – LOST IN SPACE? statt. Gruppen in Düsseldorf, Köln, Bern, Johannesburg und Minsk trafen sich zu einem Workshop, der von den Künstler:innen Sibylle Peters, Charlotte Pfeifer und Ansuman Biswas geleitet wurde. Dabei untersuchten die Teilnehmer:innen in praktischen Übungen, was verloren geht, wenn sich Körper für künstlerische Prozesse und Protest nur noch digital begegnen können. Auch das flankierende Konferenzprogramm zeigte durch ein spartenübergreifend besetztes Programm, wie groß der Unterschied zwischen digitalem und physischem Beisammensein ist – und dass fehlende Körperlichkeit nicht nur in künstlerischen, sondern auch in politischen, soziologischen und psychologischen Kontexten verhandelt wird.

Und mit dem Stadtprojekt der Künstler:innengruppe Club Real hat das Festival einmal mehr bewiesen, dass seine Themen die Menschen bewegen: Wochenlang war eine geschickt lancierte Planung der Errichtung einer 120 Meter hohen Stahlskulptur in Form einer Schere zur Dokumentation der lokalen Einkommen- und Vermögensunterschiede Stadtgespräch in Mülheim an der Ruhr. 

Das Impulse Theater Festival 2021 wurde veranstaltet und gefördert vom NRW KULTURsekretariat in Kooperation mit der studiobühneköln, dem FFT Düsseldorf und dem Ringlokschup-pen Ruhr sowie den Städten Köln, Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr.  Das Festival wurde u.a. gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kunststiftung NRW und die Stadtsparkasse KölnBonn.