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»Digitale Musikkulturen«: Fünf Preise für innovative Konzertformate in der globalen Musik vergeben


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Das NRW KULTURsekretariat (NRWKS) zeichnet fünf Konzepte zu »Digitalen Musikkulturen« aus dem Bereich der globalen Musik mit einem Förderpreis von je 3.000 Euro aus. Vorausgegangen war eine entsprechende Ausschreibung Anfang November im Rahmen des Förderprogramms »Musikkulturen«. Musiker*innen und Akteur*innen der Veranstaltungsbranche waren eingeladen, sich Gedanken über eine strukturelle Stärkung der sogenannten Weltmusik in NRW zu machen.


Gesucht waren zukunftsweisende Ideen für neuartige und interaktive Konzertformate für Kinder und Erwachsene, die über die Corona-Pandemie und ihre Folgen hinausweisen.


Nicht erst der erneute Lockdown macht die Suche nach Perspektiven für tragfähige Konzertformate dringlicher. Aufgrund der teilweisen Verlagerung des Musikmarktes ins Internet haben sich viele Musiker*innen längst mit alternativen Strategien für digitale Vermittlungskonzepte beschäftigt. So traf der Aufruf des NRWKS auf große Resonanz: Mehr als 30 Vorschläge gingen ein.


Eine Expert*innen-Jury wählte nun fünf originelle Konzepte mit zum Teil technisch raffinierten und experimentellen Lösungsansätzen aus:


Verblüffend einfach ist das Konzept von Rochus Aust. Mit seinem »Telefonkonzert« bietet er den einzelnen Rezipient*innen eine persönliche Konzertminiatur per Handy oder Festnetz an und setzt dabei auf den direkten Austausch zwischen Musizierenden und Hörenden.


Technisch aufwändiger ist die »FeedBeat App«, entwickelt von Monika Krieger und Wolfgang Pleus. Die interaktive Anwendung bringt den aufführenden Künstler*innen das Publikum als Avatare direkt vor die Bühne. Die Zuschauer*innen werden – unabhängig vom Ort, an dem sie sich befinden – beim Live-Stream im Veranstaltungsort sichtbar und können mit ihren Interaktionen Teil des Events sein.


Das auf Kinder zugeschnittene Konzept »Schlafe mein Prinz« von Matthias Kurth vom Ensemble WeltenBaum umfasst eine umfangreiche musikalische Erzählung, die durch Tanz, Sing- und Bewegungsanimationen das junge Publikum zur aktiven Teilnahme auffordert – entweder im Live-Stream oder per Abruf im Netz.


Ayça Miraç setzt in ihrem Konzept »Concert Clip« auf serielle Verfahren. Hier werden kurze Konzertmodule von jeweils fünf bis zehn Minuten Länge produziert, die einen Vermittlungsanteil zum kulturellen Hintergrund eines Musikstücks beinhalten. Diese Clips werden in regelmäßigen Abständen zur Abstimmung gestellt und gesendet.


Jarry Singlas Konzept »Gramofon« schließlich fordert seine Zuhörer*innen zu kreativer Beteiligung auf. Inspiriert von Instagram, komponiert er 40 künstlerisch eigenständige Miniaturen von jeweils 15 Sekunden Länge. Ein interaktiver Player bietet dem Publikum die Möglichkeit, die Stücke nach eigenen Wünschen anzuordnen, zu verfremden und zu längeren Kompositionen zusammenzufügen.


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