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Akademie #2 – Zeige Deine Klasse


Soziale Herkunft und Freies Theater
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Corona stellt alles auf den Kopf. Klassenunterschiede verschärfen sich bzw. werden sichtbar und unübersehbar. Auch deshalb soll an der Akademie festgehalten und das Vormittagsprogramm ins Digitale zu übersetzt werden. Ein tägliches Konferenzprogramm lädt durch Impulsvorträge und anschließende Diskussionen zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Klassenfrage ein. (Die ursprünglich geplanten viertägigen Workshops am Nachmittag müssen leider entfallen.)


Die soziale Herkunft beeinflusst Personal, Programm und Publikum der Freien Szene — bislang wird dieser Zusammenhang aber kaum benannt und diskutiert. Die AKADEMIE will das Bewusstsein für die Relevanz der Kategorie »Klasse« stärken, indem sie fragt: Wer spricht? Wer spielt? Wie werden Klassenunterschiede auf der Bühne verhandelt? Und wer schaut zu? »Klasse« wird dabei stets in ihrer Verflochtenheit mit feministischen und postmigrantischen Positionen gedacht. Denn Klassenkampf und Diversität sind kein Widerspruch — im Gegenteil. Gerade die Bühnen des Freien Theaters könnten Orte sein, an denen sich Akteur*innen unterschiedlicher Hintergründe in Solidarität und Kompliz*innenschaft üben.


08.06.2020, 20:00 Uhr, Warm-up: WORKING-CLASS-STAMMTISCH mit Sahar Rahimi (Monster Truck)

Der Stammtisch bietet einen geselligen Rahmen für die Einstimmung auf die AKADEMIE.


11.06.2020 PERSONAL, ab 10:00 Uhr
Wer macht Theater, oder: Warum wir über Klasse reden müssen

Zum Auftakt nimmt die AKADEMIE die Akteur*innen der Freien Szene in den Blick. Wie sehr beeinflusst Klassismus, also die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft, den Zugang zu den Ausbildungsstätten, Spielorten und Fördertöpfen? Diese Dimension wird im Freien Theater bisher eher selten thematisiert, ist aber gerade im Zusammenspiel mit race und gender bedeutsam.


12.06.2020 PROGRAMM, ab 10:00 Uhr
Wie verhandelt das freie Theater das Klassenthema?

Der zweite AKADEMIE-Tag untersucht das Programm der Freien Szene. Lassen sich, bei aller Diversität der Szene, gemeinsame Blickrichtungen auf die Klassenfrage oder auch nur das Klassenthema erkennen? Was verrät ein Blick in die Geschichte? Was sind klassenbewusste Ästhetiken der Gegenwart? Was die knirschenden Punkte in den Versuchen, Klasse intersektional zu thematisieren?


13.06.2020 PUBLIKUM, ab 10:00 Uhr
Für wen machen wir das?

Nach Personal und Programm steht die Rolle des Publikums im Fokus. Wen erreichen die Produktionen der Freien Szene? Welche Arbeitsweisen und Ästhetiken adressieren aus sich heraus ein klassenübergreifendes Publikum? Welche halten es durch feine Unterschiede auf Abstand? Und wie kann Theater ein Publikum erreichen, das seine Perspektive dann auch tatsächlich auf der Bühne repräsentiert sieht?


14.06.2020 UND JETZT: WAS TUN?, ab 10:00 Uhr

Tag vier macht die Bühne frei für die Resultate der diesjährigen AKADEMIE. Was lässt sich festhalten nach drei Tagen digitaler Arbeit am Klassenbewusstsein? Welche Prozesse wurden angeregt, welche sind zu kurz gekommen? Wie geht es weiter mit dem Klassenthema in der Freien Szene? Was sind die (kultur-)politischen und ästhetischen Konsequenzen unserer Überlegungen?


Leitung: Daniela Dröscher
Sprache: Deutsch


Anmeldung bis jeweils 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn hier.
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