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Literatur gegen Willkür


Eine Lesung syrischer Autoren in Köln
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Für viele Menschen, die schreiben, ist die Literatur eine Suche nach Freiheit – insbesondere dann, wenn die Realität kaum Freiheit lässt. Menschen mit unfreiwillig zerrissenen Lebensläufen, so wie es vielen Syrerinnen und Syrern ergangen ist und immer noch ergeht, schöpfen diese Mittel des Schreibens für sich aus. Der Wirklichkeit, die sich als Albtraum darstellt, können sie mithilfe des Schreibens entkommen.


Doch das Schreiben ist nicht nur eine Flucht: es kann ein Aufschrei sein, zu einer Waffe gegen Willkürherrschaft werden – mit seiner Vorstellungskraft setzt die und der Schreibende der zerstörten Umwelt eine andere Welt entgegen, die sich zugleich dem Zugriff der herrschenden Willkür entzieht.


Hinter vielen Texten der Veranstaltung »Literatur gegen Willkür« steht dieser Versuch, sich durch das Schreiben Freiheit zu erkämpfen und gegen Ungerechtigkeit und Krieg aufzubegehren. Für diejenigen Autorinnen und Autoren, die in einem anderen Land Zuflucht gefunden haben, birgt das Schreiben jedoch auch die Möglichkeit, aktuelle Fragen zu Zuwanderung, Migration und Flucht aufzunehmen und literarisch mit Leben zu füllen.


Denn nicht nur für sie selbst, die Ankommenden, sondern auch für die aufnehmende Gesellschaft sind viele Herausforderungen entstanden, die ertragreich oder verunsichernd sein können, aber in jedem Fall die Entwicklung der Gesellschaft sowie den Erfahrungsraum jedes Einzelnen beeinflussen.


So möchte die zweitägige von Jabbar Abdullah initiierte Veranstaltung »Literatur gegen Willkür« im Kölner Funkhaus Wallrafplatz sowohl jenen Texten, die sich mit der Wirklichkeit unter Diktatur und Willkür auseinandersetzen, als auch solchen, die Erfahrungen und Spannungen in der »neuen« Gesellschaft verhandeln, eine Bühne bieten und alle Beteiligten einladen, in einen interkulturellen und interpersonellen Austausch zu treten.


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Lesung am 16.10.2018, 19:00 Uhr, mit:


Yassin al-Haj Saleh, geboren 1961 in Raqqa, syrischer Autor, Intellektueller und Dissident aus Damaskus. Er war 16 Jahre lang politischer Gefangener im gefürchteten Gefängnis von Tadmur/Palmyra. Er schreibt für zahlreiche arabische Magazine und Zeitungen. Zu seinen Publikationen zählen: Syria in the Shadow: Looks inside the Black Box (2009), Deliverance or Destruction: Syria at a Crossroads (2014). 2012 wurde ihm der Prince Claus Award verliehen.


Hamed Abboud, geboren 1987 in Deir Ez-Zor, syrischer Autor. 2012 Veröf-fentlichung des ersten Gedichtbands »Der Regen der ersten Wolke« im Verlag Arwad Publishers International, 2015 Verleihung des Jean-Jacques-Rousseau-Stipendiums, 2017 Veröffentlichung von »Der Tod backt einen Geburtstagskuchen«. Nominiert für den renommierten »Internationalen Literaturpreis«, der vom Berliner »Haus der Kulturen der Welt« vergeben wird.


Lesung am 17.10.2018, 19:00 Uhr, mit:


Omar Kaddour, geboren 1966 in Aleppo, syrischer Lyriker und Schriftsteller. Bisher erschienen zwei Lyrikbände und vier Romane von ihm. Auf Deutsch erschien von ihm ein Auszug aus seinem Roman »Raue Kanten« im Rahmen des Projekts Midad des Goethe-Instituts. Mitautor von »Syrien – der schwierige Weg in die Freiheit« herausgegeben von Larissa Bender. Omar Kaddour schreibt regelmäßig für verschiedene arabische Zeitungen und Magazine.


Ghayath Almadhoun, geboren 1979 in einem Flüchtlingslager in Damaskus, palästinensisch-syrischer Dichter. Er studierte Arabische Literatur in Damaskus und veröffentlichte vier auf Arabisch verfasste Gedichtbände. Seit 2008 produziert er Poetry Filme und lebt als Lyriker in Stockholm. Dort publizierte er zuletzt »Till Damaskus« (2014) gemeinsam mit der schwedischen Autorin Marie Silkeberg. Ghayath Almadhouns Texte werden zurzeit in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Moderation: Ulrich Noller (Autor und Journalist, u.a. für WDR 5 und Cosmo


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