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BERLIN (B/D/A)

Tagfish

Sechs Männer warten auf den Scheich. Die Videoinstallation der Gruppe BERLIN bringt reale Politiker, Architekten, Journalisten und Lobbyisten in einer fiktiven Konferenz zusammen und zeigt auf absurde und durchaus komische Weise, wie ein langwieriges Großprojekt an der deutschen Bürokratie scheitert: Scheich Hani Yamani plant seit sechs Jahren für 150 Millionen Euro aus dem UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein eine Designstadt mit Luxushotel zu machen. Eine Investition, die dem Standort Ruhrgebiet wirklich nicht schaden würde. Bis auf einen anfänglichen Besuch des vermeintlichen Großinvestors vor etlichen Jahren ist jedoch bisher noch nicht viel passiert. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen sind groß, die Männer geduldig. Und so warten sie noch immer auf den Scheich und hoffen standhaft auf ein glamouröses Zukunftsprojekt.

Aus der Jurybegründung:
»Manchmal versteht man die Welt ja am besten, wenn man sich auf die Zwischenräume konzentriert. Nur wenn man ganz genau da hinschaut, oder Brücken da baut, wo Leerstellen zu sein scheinen. BERLIN scheinen sich wie kaum jemand anderes auf diesen Blick zu verstehen und haben eine wunderbare Technik entwickelt, uns die Welt zu erklären. Sie drehen Dokumentarfilme und machen mit ihnen Theater: Auf der Bühne entsteht aus Filmen eine szenische Situation, die es in der Realität nie gegeben hat. (...) ›Tagfish‹ ist das erste Projekt einer neue Serie von szenischen Filmprojekten: Mehrere Dokumentarfilme, Portraits von einzelnen Menschen treffen an einem Tisch aufeinander, eine konstruierte Begegnung. Diesmal Essen und Naher Osten: Ein Scheich überlegt viel Geld in ein neues Hotel auf Zeche Zollverein zu investieren. ›Tagfish‹ bringt sieben Akteure des Neubaus an einen Verhandlungstisch, die nie zusammen gesessen haben. (...) Aus ihren Teilrealitäten entspinnt sich ein Bild deutscher Politwelt, das so lustig wie tragisch ist. Und wie nebenbei wird dann doch die große Philosophie und Binsenweisheit der Gegenwart bewiesen: Es gibt keine Wirklichkeit, sondern nur Wahrnehmung. Und die entsteht durch Kommunikation. Was für ein wunderbares Theaterthema.« (Matthias von Hartz)


BERLIN
BERLIN startete 2003 die Serie »Holocene« (aktuelle geologische Ära). Ihre Projekte starten immer in einer Stadt oder einer Region auf der Welt. Bart Baele studierte bis 2000 an der Theatre School Amsterdam. Er arbeitet als Bühnen- und Videodesigner für verschiedene Kompanien. Yves Degryse studierte bis 2000 am Actor Studio Dora van der Groen in Antwerpen. Er gründete das Kollektiv SKaGeN und arbeitet als Schauspieler für Comp.Marius.

Konzept/Regie: Bart Baele und Yves Degryse | Mit: Hans-Jürgen Best, Christoph Finger, Rolf Heyer, Wolfgang Kintscher, Kaspar Kraemer, Thomas Rempen, Kostas Mitsalis

Dauer: ca. 75 Min., Deutsch und Englisch mit englischen und deutschen Übertiteln

In Koproduktion mit: Theater der Welt 2010, STUK Leuven, Festival TEMPS D’IMAGES 2010 / La Ferme du Buisson, Wiener Festwochen

Termine:
01.07.2011, 17:30 Uhr, FFT Juta, Düsseldorf (Marathon)
02.07.2011, 19:30 Uhr, FFT Juta, Düsseldorf
07.07.2011, 20:00 Uhr, prinz regent theater, Bochum
08.07.2011, 20:00 Uhr Uhr, studiobühneköln
09.07.2011, 15:00 Uhr (Marathon) und 20:00 Uhr, studiobühneköln

links: © BERLIN
rechts: © Klaus Lefebvre
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