Das Publikum zockt sich selber durch ein interaktives Theater-Game statt mit Bildschirm und Tastatur wird hier mit Räumen, Objekten und Menschen gespielt. Die Zuschauer werden zu Spielern, die sich die Geschichten eigenständig erschließen: Der Professor muss gerettet werden, es gilt Codes zu knacken, Notizen zu entschlüsseln und Ingredienzien in der richtigen Reihenfolge miteinander zu vermischen – die Bombe tickt... Jedes Spiel ist ein unvergessliches Erlebnis, ein Event irgendwo zwischen Computergame, Theater und interaktiver Installation.
»machina eX ist eine Gruppe von Studierenden aus den Bereichen szenische Kunst, kreatives Schreiben und Kulturwissenschaften in Hildesheim, doch vor allem sind sie sind begeisterte Theater-Computerspiel-MedienmacherInnen. In ihren Arbeiten werden die von ihnen detailreich ausgestatteten Räume zurdes Spiels, die Performer zu ›Computerspielfiguren‹ und das Publikum zum Spieler. Wenn der Zuschauer nicht mitspielt, Rätsel löst und die Handlung vorantreibt, ›hakt‹ die szenische Erzählung. Ganz wie in der ›realen Welt des Computerspiels‹ sind die Performer dann ›ausgeschaltet‹: Bewegungsabläufe müssen mechanisch wiederholt, Anweisungen ein ums andere Mal erteilt werden. Das Spiel tritt auf der Stelle. Nach einer Weile dann vielleicht ein weiterer Tipp, ein Hinweis um ein weiteres Rätsel zu lösen. Dabei ist die Spielanordnung äußerst komplex: Mehrere Wege führen zum Ziel und dem Zuschauer obliegt es, auch moralische Entscheidungen zu treffen. Die Perfektion dieser Situationen, die machina eX ihrem Publikum bietet, ist neben dem enormen Spaßfaktor die große Qualität dieses jungen Performance-Kollektivs. Denn es gelingt ihm ganz nebenbei, dass sich der Zuschauer weder ausgestellt oder genötigt fühlt zu partizipieren,
sondern sich ohne weitere Bedenken auf die Spielsituation einlässt. Vielleicht ist das das Resultat des intimen Rahmens – nur maximal neun Zuschauer dürfen in die Spielwelt eintreten. – Oder aber auch schlicht großes Illusionstheater...« (Tamina Theiß)
machina eX
machina eX ist eine Gruppe junger Theater-, Computerspiel- und MedienmacherInnen, die Technologie und Kultur zusammenbringen. Mit Hilfe von Mikroprozessoren, Lust an spannenden Geschichten, viel Theatererfahrung, den Computerprogrammen Max/MSP, Arduino und Processing und einer Menge Kabel und Stiften bauen sie komplexe theatrale Rauminstallationen, die alle Komponenten eines Computerspiels mit denen eines Theaterabends zusammenbringen – theatrale Point ‘n Click-Adventures, Computerspiele in lebensechter Grafik. Das Projekt »15'000 Gray« wurde 2011 mit dem 100° Berlin Jury-Preis des HAU ausgezeichnet.
Konzept/Darsteller: Laura Alisa Schäffer, Jan Philip Steimel, Nele Katharina Lenz, Anna Fries, Laura Naumann, Robin Krause, Mathias Prinz, Lasse Marburg, Yves Regenass, Jonas Holland-Moritz
Dauer: ca. 40 Min.
Eine Produktion von machina eX
Termine:
07./08./09.07.2011, FFT Kammerspiele, Düsseldorf
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