Die Ente hat ihr ruhiges und beschauliches Leben gelebt, als ein unerwarteter Gast am See auftaucht – der Tod. Nach dem ersten Schrecken entschließt sich die Ente zur Flucht nach vorn und lädt den Gevatter zum Gründeln ein. Langsam kommen sich die beiden näher, und am dennoch unausweichlichen Ende ist sogar der Tod ein wenig traurig – aber so ist nun mal das Leben.
Regie: Jörg Lehmann | Spiel: Martina Couturier, Heiki Ikkola | Musik: Marie-Elsa Drelon | Licht: Klaus Dust | Puppen: Sabine Köhler | Kostüm: Gaby Keuneke
»Eine der schönsten Inszenierungen der Saison.« (Zitty)
»Mit Gevatter ist gut gründeln. ... Die Ente ist so groß, wie der Arm von Puppenspieler lang ist, sie ist ein schlankes Tier mit langem Hals und entschlossenem Schnabel. Mit seiner Mimik unterstreicht Ikkola die ausge-
lassenen Bewegungen der Entenpuppe, die er in die Plastikschüssel, also
den Teich, taucht. Ein roter Faden, der quer über die Bühne gespannt ist,
stellt die Wasseroberfläche dar, unter der die Ente ausgiebig gründelt.
Nichts ist anfangs zu spüren von dem traurigen Thema, um das es in dem
Kinderbuch ›Ente, Tod und Tulpe‹ von Wolf Erlbruch geht. Martina Couturier und Heiki Ikkola nähern sich in der Umsetzung behutsam dem Thema Sterben und machen es im Stück für Kinder ab fünf Jahren verständlich. Die Ente kostet ihr Leben aus und zeigt dem Tod, wie das geht. Er muss mit ihr gründeln, und als er danach vor Kälte zittert, reibt ihn die Ente trocken und kuschelt sich an ihn, um ihn zu wärmen. ... Und als sie dem Tod Urlaubsbilder zeigt – Ente auf Eiffelturm, Ente am Meer – ist auf jedem Foto auch der kleine karierte Kittel zu sehen. Der Tod war immer da.
Musikalisch zart untermalt werden die vielen schönen Szenen dieses Stückes von Marie Elsa Drelon. – Am Ende wärmt der Tod die Ente, wiegt sie in seinen Armen. ›Jetzt ist die Ente gestorben‹, sagt ein kleines Mädchen. Es klingt nicht traurig, eher nach ›so ist das Leben‹. Als letztes ist ein Diabild zu sehen: die Ente am Strand, den Schnabel im Wind. Das Leben nach dem Tod als ewiger Tag am Meer.« (Berliner Zeitung)
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