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Das NRW KULTURsekretariat und die Kunststiftung NRW haben den »Fonds Experimentelles Musiktheater« 2005 eingerichtet, um kreative Köpfe aus der freien Szene mit den Potenzialen an den großen Musiktheatern in NRW zusammenzubringen und gemeinsam ungewöhnliche Musiktheaterformate zu entwickeln, die gerne anstrengen und sich dem (Ein-)Gängigen widersetzen. Bis Ende 2011 konnten – vielfach mit jungen, zum Teil noch relativ unbekannten Komponisten, Autoren oder Regisseuren – insgesamt neun Uraufführungen realisiert werden, die zugleich das ganze Spektrum unterschiedlicher Ästhetiken, Formate und Arbeitsweisen des experimentellen Musiktheaters abbilden.

In Verbindung mit verschiedenen NRW-Bühnen werden Produktionen ausgewählt und mit jeweils bis zu 80.000 Euro gefördert, in denen Musik, Sprache und Raum von der Idee bis zur Uraufführung in enger Verbindung entwickelt werden, oft grenzüberschreitend zwischen Musiktheater und Schauspiel. Die beteiligten Bühnen liefern als Mitveranstalter die theaterproduktionstypische Infrastruktur, wie z.B. Probenmöglichkeiten, Bühnentechnik, Ausstattung, Mitarbeit von Werkstätten und Dramaturgie sowie die lokale Öffentlichkeitsarbeit.

Längst hat sich der Fonds jenseits der Landesgrenzen einen Namen gemacht: häufig werden Produktionen nach ihren Uraufführungen in NRW zu Gastspielen eingeladen – zuletzt zum Berliner Festival MaerzMusik, zur Biennale Bern oder zum Wettbewerb Music Theatre NOW des Internationalen Theaterinstituts in Berlin. Das korrespondiert mit dem internationalen und hochkarätigen Bewerberfeld.

Der Künstlerische Beirat mit Stephanie Gräve (Theater Bonn), Dieter Jaenicke (Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden), Hans-Peter Jahn (ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart) und dem Komponisten Manos Tsangaris hat für 2012 die insgesamt zehnte »Fexm«-Produktion zur Förderung ausgewählt: »JOSEFINE« ist eine musiktheatralische Auseinandersetzung mit dem Drama des Subjekts in der Masse im digitalen Zeitalter. Sie wird durch ein Team von Künstlern verschiedener Sparten realisiert, bestehend aus Björn SC Deigner (Text), Lennart Dohms (Dirigat), Thomas Eisenträger (Produktionsleitung), Agnes Fabich Szenografie), Christian Grammel (Regie), Marc Jungreithmeier (Videodesign) und Sagardía (Komposition). Die Uraufführung findet in der zweiten Jahreshälfte 2012 am erstmals beteiligten Theater Krefeld und Mönchengladbach statt. Für 2013 ist eine Zusammenarbeit mit den Bühnen Köln geplant.

links: © Sebastian Hoppe/Monstertruck
rechts: © Central
Hintergrund: Sonne02 © Benjamin Krieg
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