Logo des NRW Kultursekretariats
Suchen
Sprache ändern
DeutschEnglishFrançais한국말

Jahresprogramm 2009

Grußwort

Das NRW KULTURsekretariat wandelt sich. Das ist zunächst einmal nichts Neues, verändern sich doch auchdie Verhältnisse in den Mitgliedsstädten, natürlich mit Wirkung auf das Kultursekretariat als ihren Zusammen­schluss. Keineswegs ausgemacht ist es, dass solche Veränderungen nur zum Besten im Sinne der kulturellen Sache geschehen: Immer häufiger können sich Städte kaum mehr aus dem Würgegriff ihrer Schulden befreien und stehen Kulturprojekte vor dem Aus. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten von Bibliotheken reduziert, Musikschulen zugrunde gespart und Theater mancherorts gänzlich zur Disposition gestellt, auch gegen den ausdrücklichen Willen der Bevölkerung.

Entsprechend notwendig ist es, nunmehr offensiv damit umzugehen, dass es in einem Land, in dem 87% der Kulturausgaben bei den Städten liegen, so kaum mehr weiter gehen kann. Immer deutlicher wird nämlich, dass das Verhältnis der Kulturfinanzierung von Stadt und Land neu ausbalanciert werden muss, da aus dem reizvollen Merkmal dieses Bundeslandes, eben aus dem kommunalen Übergewicht in der Kulturfinanzierung, vielerorts eine drückende Last geworden ist. Die strukturelle Unterfinanzierung einiger Städte führt bereits zu den ersten krisenhaften Erscheinungen, beileibe nicht allein der Kultur, wie die Beispiele Oberhausen und Hagen es schon jetzt zeigen, am Beginn einer sich abzeichnenden umfassenden Wirtschaftskrise.

Schwierigkeiten gibt es also genug, begleitet von einer Reihe kulturpolitischer Turbulenzen an leider allzu vielen Orten, ob im Rheinland, im Ruhrgebiet oder im westfälischen Teil des Landes – sei es auf dem Gebiet der Tanzproduktion, der Personalentscheidungen oder bezogen auf die Planung von Kulturneubauten.

Konstruktive und vielversprechende Entwicklungen machen dennoch Hoffnung – neue Wege der Kultur­arbeit im Lande und gemeinsam mit dem Land lassen Verbesserungen erwarten.

So wächst dem Kultursekretariat, der größten kommunalen Fördereinrichtung in NRW, ab 2009 ein neues wichtiges Aufgabengebiet zu, als Folge einer erheblichen Neuerung in der Zusammenarbeit von Städten und Land, von Kultursekretariat und Staatskanzlei. Eng verzahnt mit den kompetenten Kultureinrichtungen vor Ort, wird das Kultursekretariat die Internationale Kulturarbeit steuern und koordinieren, ausgestattet mit zusätzlichem Personal und einer erheblichen Aufstockung der Finanzmittel. Als Ausdruck des angesprochenen, notwendigen Miteinanders der Kommunen und des Landes, aber auch im Sinne einer Unterstützung kom­munaler Kultur durch Landesmittel, erfolgt damit ein wichtiger Schritt: mit dem Ziel, dass die vielfältige und bedeutende Kulturlandschaft NRWs noch konturierter und strahlungskräftiger wahrnehmbar wird.

Internationales, in größerem Maßstab Produziertes und weithin Sichtbares aus NRW erfordern allerdings Anstrengungen für den Erhalt von grundlegenden Strukturen als Voraussetzung für ein lebendiges und viel­ fältiges Kulturleben dort, wo die Musik spielt: in den Städten. Dazu muss ihnen einerseits von der kommunalen Aufsicht die Luft gelassen werden und dürfen sie sich andererseits nicht selbst der kulturellen Substanz in ihren Theatern, Museen, Musikschulen und Bibliotheken berauben.

NRW­-Kultur international besser zu vernetzen und wahrnehmbar zu machen, lohnt nämlich nur dann, wenn künstlerische Qualität und Substanz erhalten und entwickelt werden. Wo Mittelmaß und Kleingeist regieren, wird sich auch keine positive Aufmerksamkeit einstellen können, weder vom Publikum vor Ort noch von außen.

Das erheblich erweiterte Aufgabengebiet stellt das Kultursekretariat und seine Städte für ihre gemeinsame Arbeit vor große Herausforderungen. Grundlage und weiterhin Kerngeschäft des Kultursekretariats bleiben seine vielfältigen lokalen, regionalen und überregionalen Programme und Projekte, die auch zukünftig in möglichst enger Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsstädten und deren Einrichtungen gefördert, initiiert und vernetzt werden. Ermöglicht wird dies durch den so engagierten wie qualifizierten Einsatz unserer Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter, für den ich mich auch diesmal wieder herzlich bedanke. Auch dafür, dass ihre und unser aller gemeinsame Arbeit mit den Partnern im ganzen Land weiterhin gut funktioniert, braucht es eine vernünftig finanzierte und strukturierte Kultur vor Ort.

Wir jedenfalls werden uns weiterhin mit unseren Kulturpartnern für die Bewahrung und Entwicklung der kulturellen Infrastruktur und für die Belange von Kunst und Kultur einsetzen. Und seien die Schwierigkeiten an manchen Stellen noch so groß: Es bleibt die Gewissheit, dass Kultur und Bildung in der Zukunft an Bedeutungnoch gewinnen werden. Sie aus kurzfristigen Erwägungen und mit Blick auf rasche Minimalsteffekte auf die Haushalte auf ’s Spiel zu setzen, das wäre der sichere Weg in die Sackgasse.

addthis.com
del.icio.us
digg.com
google.com
stumbleupon.com
Technorati
Jahresprogramm 2012
Jahresprogramm 2011
Jahresprogramm 2010
Jahresprogramm 2009
Jahresprogramm 2008
Top
Home
Newsletter
Sitemap
RSS-Feed
Drucken
K.WEST
Kultursekretariat NRW Gütersloh
KulturKenner.de
kulturpartner WDR3
Impressum
Kontakt
E-Mail