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Jahresprogramm 2008

Grußwort

Das Jahr 2007 war ein Jahr zahlreicher, nicht nur DER Impulse: Der Transfer mit der Türkei ist nach drei Jahren zu Ende gegangen, am 7. Dezember fand, nach den Aus­stellungen in Aachen, Bochum und Münster, auf dem Istanbuler Industriekulturgelände santralistanbul die letzte Eröffnung statt: Im Rahmen unterschiedlicher kuratorischer Kon­zepte wurden Werke der 14 Künstlerinnen und Künstler aus beiden Ländern gezeigt. Das veränderte, stärker kooperierte Transfer-­Kon­zept hat sich dabei außerordentlich bewährt. Der nächste Transfer 2008-2010 mit dem Part­nerland Frankreich hat bereits begonnen: Es beteiligen sich die prominenten Museen in Dortmund, Mülheim und Mönchengladbach, und so kann nun die Suche nach den geeigne­ten französischen Partnern beginnen.

Die Impulse haben mit der neuen künstleri­schen Leitung einen weithin beachteten Neu­anfang erlebt, die Verdopplung des Etats einer­seits und der Zuschauerzahlen andererseits sind nur ein paar Indizien dafür, dass hier ein Aufbruch in die unbedingt besser auszustat­tende Welt der freien Theater stattgefunden hat, ein Aufbruch, der offenbar weit über NRW hinaus ausstrahlt. 2008 wird es in Köln das Festival Politik im freien Theater geben, 2009 folgen dann die nächsten Impulse.

Im Rahmen des Fonds Experimentelles Musiktheater hat im Mai am Musiktheater im Revier die erste Uraufführung stattgefunden, ein viel­ versprechender Anfang auf dem mit der Kunst­stiftung NRW gemeinsam beschrittenen Weg zu einem anders produzierten und ästhetisch veränderten Theater aus Musik, Wort und Raum. An den Theatern in Bonn und Bielefeld finden im Januar und Juni die nächsten Urauf­führungen statt.

Außerdem haben wir am Gelsenkirchener Consol Theater die bundesweit erste Seniorentheater-Plattform gegründet, mit regelmä­ßigen Aufführungen und Fortbildungsver­anstaltungen, aber auch als Mittel und Mitt­ler bei Informationsaustausch und logisti­scher Hilfestellung für Seniorentheater in NRW. Die Plattform ist intergenerativ und interkulturell angelegt. Im kommenden Jahr werden wir an der Weiterentwicklung der künstlerischen und organisatorischen Poten­ziale arbeiten mit dem Ziel, 2009 mit einer intergenerativen Eigenproduktion zu begin­nen. 2008 werden wir ein Projektforum Kultur und Alter ausrichten, mit Präsentatio­nen und Diskussionen zur Altenkultur aus allen Sparten.

Für 2008 und 2009 haben wir auch eine neue Ausgabe der Literatur­ und Leseförderung Werkproben aufgelegt. Erstmals werden drei Bereiche  ausgewiesen: Kinder­ und Jugend­literatur, Prosa allgemein und Lyrik. Insbeson­dere im Bereich Lyrik wird die vorbereitende Vermittlungsarbeit durch die Autoren bedeut­sam sein.

Die Museumsplattform NRW wächst rasant. Bereits jetzt sind es acht, und demnächst wer­den es elf Kunstmuseen sein, die an der von uns kuratierten Internetplattform für die Dar­stellung von Kunstwerken, Werkmonografien, Künstlervitae und Museen mitwirken.

Viel Neues ist im vergangenen Jahr gesche­hen und auf den Weg gebracht worden. Und auch 2008 wird einige Veränderungen brin­gen: So muss nach den Erfahrungen des Jahres 2007, insbesondere bei der Bonner Produktion »Freax«, über die zukünftige Ausgestaltung des  Fonds Neues Musiktheater nachgedacht werden, den wir gemeinsam mit der Staats­kanzlei NRW betreiben. Das Thema Kreativwirtschaft wird uns weiter beschäftigen, weni­ger allerdings aus der allfälligen Perspektive von Verwertung und Wertschöpfung als mit konzentriertem Blick auf Möglichkeiten und Bedarf derjenigen, um die es eigentlich gehen muss: der Künstler und Kreativen selbst. Das groß angelegte Kunstprojekt »2­-3 Straßen« des internationalen Aktionskünstlers Jochen Gerz, das wir in Auftrag gegeben haben, werden wir bei seiner Realisierung unterstützen, zeigt doch dieses Projekt u.a. bezogen auf das Thema Kreativwirtschaft den entscheidenden Ansatz: Kreativität und künstlerische Annäherungen werden als wegweisende Potenziale der sich entwickelnden Kulturgesellschaft verhandelt.

Weitergeführt wird eine Reihe, die längst Modellcharakter auch über NRW hinaus be­kommen hat: Baglama für alle! Anschließend wird Inter­- und Transkultur an Musikschulen mit anderen Musikinstrumenten weiterzu­entwickeln sein. Darüber hinaus beginnt im Rahmen von Das 3. Ohr mit der Spielzeit 2008/09 eine internationale Kooperation mit Konzerthäusern in NRW, Paris und Berlin auf dem Gebiet der Weltmusik.

Vor uns liegen gänzlich neue Entwicklun­gen: Zukünftig wird eine der wichtigen Auf­gaben des NRW KULTURsekretariats die Aus­formung des internationalen Kulturaustauschs für und aus NRW sein. Gemeinsam mit  der Landesregierung liegt hier ein großes Hand­lungsfeld vor uns, das wir gemeinsam mit un­seren Mitgliedstädten und der Staatskanzlei kultivieren werden. Den Anfang machen wir 2008 mit der Entwicklung eines internationa­len Besucherprogramms, ab 2009 wird es dann eine Reihe entsprechender Aktivitäten geben.

2007 hat also eine Vielzahl von Neuerungen gebracht, und auch für die kommenden Jahre haben wir uns viel vorgenommen: Erwähnt sei beispielsweise, dass zukünftig auf dem Gebiet Digitale Bildwelten und Gaming Pro­jekte entstehen werden, die selbstverständlich außer mit Neue Medien Kunst auch mit den Bereichen Kulturelle Bildung – Schule und Kultur – und Kreativwirtschaft – Kultur und Arbeit – verbunden sind.

Das alles wäre nicht möglich ohne eine be­sonders bedeutsame Weichenstellung: Kultur­staatssekretär Grosse­-Brockhoff setzt weiter­ hin seine Ankündigung in die Tat um, die kommunale Kultur und damit auch das NRW KULTURsekretariat zu stärken. So wird im Rahmen einer gemeinsamen Zielvereinbarung für 2009 und 2010 der reguläre Projektmittel­etat von derzeit 967.000 Euro auf 1,2 Mio. Euro erhöht.

Das ist, verbunden mit einer Reihe zusätzlicher Aufgabenstellungen, ein nicht nur quantitativer, sondern auch qualitativer Sprung für das Kultursekretariat als eine der großen Fördereinrichtungen im Land der Städte NRW. Dem muss allerdings auch perso­nell entsprochen werden.

Den Mitarbeitern des Kultursekretariats möchte ich für ihren unermüdlichen und hoch qualifizierten Einsatz meinen großen Dank und Respekt aussprechen, nicht ohne auch die freien Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter mit ihren großen Leistungen in diesen Dank einzubeziehen. Nur so können wir, ge­meinsam mit den Mitgliedsstädten und den Kultureinrichtungen jene Kunst und Kultur fördern und entwickeln, die im  Zeichen des Strukturwandels weiter an Bedeutung gewin­nen wird.

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