Struktur, Konzept, Ort: das Theater an der Ruhr ist das Modell eines Theaters, das sich auf die ständigen gesellschaftlichen Veränderungen einläßt und so den Gefahren der Institutionalisierung entkommt.
Theater erforscht den Zustand des Menschen in seiner Zeit und fragt vor allem nach dem, was dem ordnenden Verstand verborgen bleibt. Jenseits der gesellschaftlichen Wirklichkeit wohnt nicht selten der Zauber, hinter dem sich das Glück vermuten läßt.
Finden, für den kurzen Augenblick, kann es nur der, der ihm zuschaut. Er begibt sich auf eine Reise ohne Landkarte, allein an den Sternen orientiert, die im Schauspieler zuzeiten aufscheinen. Wir wissen wenig über uns. Und wer solchermaßen reist, möchte über sich und den Ort etwas erfahren, an dem er lebt und der sich durch allzugroße Nähe immer wieder entzieht.
Die Idee des Reisens ist das leitende Motiv dieses Theaters. Seine internationale Arbeit hat zu einer Vernetzung mit über 30 Ländern geführt. Die neu entstandene Fremdheit, eine ungewollte Gabe der Globalisierung, zeitweise aufzuheben, ist das Ziel dieser Unternehmungen, die sich in den letzten Jahren vor allem mit der islamischen Welt befassen.
Das Reisen ist auch eine Schule des Sehens, für ein Theater unabdingbar, das an der Versinnlichung des Denkens und vorläufiger Einsichten arbeitet. Offenheit ist dafür eine Voraussetzung, den Zuschauern und den Partnern aus der Politik und Wirtschaft sich zu öffnen, eine Notwendigkeit.
Das Theater an der Ruhr stellt sich in vielen kulturellen und politischen Veranstaltungen als Ort der Öffentlichkeit immer wieder zur Verfügung. Lebendige Auseinandersetzungen sind ein wichtiges Gut in einer zunehmend schweigsamer werdenden Welt.
(Quelle: Theater an der Ruhr)
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