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Tanzrecherche NRW #2

Neuss / Raktenstation Hombroich
Lea Martini

Lea Martini

Lea Martini, geb. 1979 in Heidelberg, arbeitet als Performerin und Choreografin in Amsterdam und Berlin. Früher Kunstturnerin, absolvierte sie eine zeitgenössische Tanzausbildung in Berlin und studierte Choreographie und Performance in Arnhem (EDDC) und Amsterdam (SNDO).

Ihre Arbeit geht oft von einer Sehnsucht aus, sich identitätsstiftende Bilder anzueignen, wie sie in Filmen oder den Massenmedien wirken, diese körperlich erfahrbar zu machen und sie auf ihr Irritationspotential und auch ihre Unbegreiflichkeit hin zu erforschen. Hinzu kommt als wesentlicher thematischer Bestandteil ihrer Arbeit die jeweils unwiderbringliche Begegnung aller Beteiligten eines Projekts.

Lea Martini ist überzeugtes Mitglied unterschiedlicher Kollaborationen; so verbindet sie mit dem Theaterregisseur Johan Forsman/Theater Aktör Göteborg ebenso wie mit der australischen Choreographin Noha Ramadan ein mehrjähriger künstlerischer Austausch, aus der Stücke wie Generic Hero und Black Spaghetti hervorgingen.

Als Gründungsmitglied des Performance-Kollektivs White Horse trat sie in  Christoph Leuenbergers Stück White Horse- an attempt at live therapy auf und entwickelte für Freischwimmer 08 die national und international tourende Performance Trip mit. Die neue Produktion Romance von White Horse hat diesen Herbst im Frascati WG in Amsterdam Premiere; anhand der Aneignung von Bildmaterial klassischer Liebesfilme wird darin eine rein körperliche Liebeserklärung an das Publikum versucht. Als Tänzerin war Lea Martini u.a. für Christof Winkler, Jess Curtis, Yvonne Hardt und Norberto Llopis tätig. Ausserdem entwickelt sie immer wieder choreographische Soloarbeiten wie Identity sucks und trailer.

Im Rahmen der Tanztage Berlin und in Zusammenarbeit mit Anja Müller und Dennis Deter entstand dieses Jahr die Performance Memor I Am. Auch hier spielt die Kollision von Körper und Bild eine entscheidende Rolle. Ein besonderes Interesse galt dem Umgang mit historischen Erinnerungen an einprägsame Bewegungen und Bilder aus den Massenmedien. Die kommende Recherche in Neuss ermöglicht nun neue theoretischen Austausch und die Weiterentwicklung dieser in Memor I Am begonnenen Thematik.

Foto links: © Theo van Loon
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