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Proserpina

(Uraufführung)
Oper von Wolfgang Rihm
ab 11.04.2010 an den Wuppertaler Bühnen

Proserpina

Zu Proserpina, der Tochter der Göttin der Fruchtbarkeit, entbrennt Pluto, der Gott des Todes, in Liebe. Er entführt sie in sein Schattenreich. Goethe gestaltete die Klage der Geraubten 1778 in einem Monodrama. Seine Proserpina fühlt in ihrem neuen Reich nur Verzweiflung, sieht sich von ihren göttlichen Eltern verlassen und klagt alle an, die die Vergewaltigung zuließen. Als sie einen Granatapfel findet, der sie an ihr irdisches Dasein erinnert, besiegelt der Biss in den Apfel endgültig ihr Verhängnis: sie verfällt nun unumkehrbar dem Tod. »O verflucht die Früchte! Warum sind Früchte schön, wenn sie verdammen?« fragt Proserpina, die einzige Antwort, die sie auf all ihr Klagen und Rufen erhält, ist die der Parzen: »Du bist unser.«

Wolfgang Rihm hat für die Schwetzinger Festspiele 2009 diesen Text als Grundlage zu einer Oper verwendet, Hans Neuenfels hat diese neue Musik in Szene gesetzt. Die Extremerfahrung Proserpinas wird dem Regisseur zur Metapher für alle Ohnmachtsfahrung: »Das Hinnehmen des Schicksals kann kein Daseinsgrund für den Menschen sein, sondern die Auflehnung ist die einzige Form, die Existenz zu erfahren.« Die Uraufführung erregte international große Aufmerksamkeit. Alexander Dick schrieb über Rihms Arbeit in der Badischen Zeitung: »Das ist keine Musik, die einer Bedienungsanleitung bedarf, keine auf dem Reißbrett abgezirkelte Moderne, sondern die Arbeit eines beispielhaften Instinktmusikers mit umfassender Verankerung in den großen Musiktraditionen. Rihms Musik ist Genussmusik, sie scheut sich nicht vor Illustration und Parodie. Das Moment der Peripetie - Proserpinas Biss in den Apfel - gereicht ihm zu einer herrlich ironischen Orgasmus-Seufzer-Musik. Vor allem aber faszinieren der lyrisch-kantilene Duktus der Musik, ihre melosgetränkte Linienführung mit Spaltklängen, tief in die Dramaturgie des Sujets eintauchend.«

Eine Koproduktion mit den Schwetzinger Festspielen
Gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

Proserpina: Elena Fink
Atropos, Pluto: Christian Natter
Klotho: Andreas Jähnert
Lachesis: Sascha Jähnert

Musikalische Leitung: Florian Frannek
Inszenierung: Hans Neuenfels
Bühne: Gisbert Jäckel
Kostüme: Elina Schnizler
Choreinstudierung: Jens Bingert
Dramaturgie: Karin Bohnert

Bild links: Wuppertaler Bühnen
Bild rechts: Wuppertaler Bühnen
Bild Hintergrund: NRW KULTURsekretariat
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