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Fonds Experimentelles Musiktheater

BUCH ASCHE. von Claudia Doderer, Händl Klaus und Klaus Lang im Opernhaus Bonn am: 06.06. | 10.06. | 26.06. | 10.07.

Fonds Experimentelles Musiktheater

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BUCH ASCHE.
Oper von Claudia Doderer/Händl Klaus/Klaus Lang
Opernhaus Bonn

Noch 1 Mal:
Sa., 10.07.10 | 19:30 Uhr


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Sechs Uraufführungen sind es, die der »Fonds Experimentelles Musiktheater« in gut vier Jahren gemeinsam mit nordrhein-westfälischen Theatern entwickelt hat. Mehrere dieser Produktionen gastierten später auf weiteren Bühnen im In- und Ausland von Hamburg bis Bern, und zuletzt vor wenigen Wochen beim Festival MaerzMusik in Berlin. Im eigenen Bundesland kooperiert der Fonds mit den Theatern in Bielefeld, Düsseldorf, Gelsenkirchen und demnächst Münster, und nun mit »BUCH ASCHE.« zum zweiten Mal mit dem Theater Bonn. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass hier die erste gemeinsame Uraufführung stattfand: »Von Mücken, Elefanten und der Macht in den Händen« – auch dies eine Produktion, die in Berlin gezeigt wurde.

Dass in Bonn nach der Bundeskunsthalle dieses Mal das Große Haus der Ort der Uraufführung ist, stellt eine ganz besondere Attraktion dar, aber auch eine große Herausforderung. Sie besteht nicht zuletzt in der Zusammenarbeit zweier ungleicher Partner: Einer kleinen Produktionsgemeinschaft von Komposition, Text und Raum, die das Stück in einem langen Prozess des Austauschens, Verwerfens, Ergänzens und Überarbeitens entwickelt, begegnet der große Apparat von Orchester, Chor, Bühne, Technik und Verwaltung. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, dass die Vertreter dieser beiden zum Teil unterschiedlichen Welten manche der eigenen Selbstverständlichkeiten in Frage stellen, verändern, anders denken müssen, wenn es um das gemeinsame Erschaffen einer anderen Welt der Bühne geht mit ihren eigenen Gesetzen und Voraussetzungen. Im gemeinsamen Dialog wird von beiden Seiten viel abverlangt: So wie sich der Theaterapparat als besonders geschmeidig und reaktionsfähig erweisen muss, so bedarf es umgekehrt einer gehörigen Zusatzportion von Pragmatismus und Planung seitens des Künstlerteams. Die Lockerung auf der einen, der »festen« Theaterseite und die Strukturierung auf der anderen, der »freien« Produktionsseite: auch dies gehört zur experimentellen Anordnung des Fonds.

Im Mittelpunkt des einmaligen Modells »Fonds Experimentelles Musiktheater« jedoch steht die Ermöglichung des künstlerischen Risikos als Brutstätte für das Neue, manchmal Wegweisende. Die Arbeit des Fonds und sein Ziel werden umso bedeutsamer und gleichzeitig, wie die große Resonanz über regionale und nationale Grenzen hinaus zeigt, auch umso dringlicher, je mehr sich der Ökonomismus in allen Bereichen Bahn bricht. Denn längst hat die überhandnehmende Orientierung am Kosten-Nutzen-Verhältnis die Kunst und Kultur erfasst und droht sie zu schleifen. Dem hätte die öffentliche Kulturfinanzierung eigentlich zu begegnen – und tut es doch immer zögerlicher.
Gerade deshalb braucht es ein solches gemeinsames Wagnis mit aufregender künstlerischer Perspektive, wie es das Musiktheater »BUCH ASCHE.« der profilierten Künstler Doderer, Klaus und Lang ist. Nicht zuletzt erinnern der »Fonds Experimentelles Musiktheater« und das Theater Bonn gemeinsam auch daran: Aus Asche können Kirschblüten werden – wenn es den notwendigen Raum zur Entfaltung gibt.


NRW KULTURsekretariat                      Kunststiftung NRW
Dr. Christian Esch                                Regina Wyrwoll
Direktor                                               Generalsekretärin

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