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Othello c´est qui

Gintersdorfer/Klaßen 16.05 | 

Othello ist der berühmteste Schwarze auf den Bühnen des Westens, in Afrika kennt ihn kaum jemand: eine europäische Angelegenheit, bei der das Fremde immer neu interpretiert wird. Alexander Scheer war Othello am Deutschen Schauspielhaus, der schwarz abfärbende Ulrich Wildgruber bei Zadek, der weiß belassene Thomas Thieme an den Münchner Kammerspielen oder der deutsch-sozialisierte Afrikaner Jubril Sulaymon in Freiburg. Das Künstlerduo Gintersdorfer/Klaßen initiieren einen Dialog mit dem von der Elfenbeinküste stammenden Tänzer und Schauspieler Franck Edmond Yao und der deutschen Schauspielerin Cornelia Dörr. Der Austausch über die westliche Bühnenfigur wird immer mehr zur harten Auseinandersetzung zwischen zwei Kulturen, die von extremen Gefühlen, Vorurteilen, Missverständnissen und Gegensätzen geprägt ist.

Die Premiere von Othello c’est qui fand am 29. Februar 2008 auf Kampnagel Hamburg statt. Die von einer internationalen Jury ausgewählte Siegerproduktion 2009 des deutschen Festivals Impulse – dem wichtigsten Festival für frei produzierende Theater im deutschsprachigen Raum – wird bei den Wiener Festwochen 2010 gezeigt.

Gintersdorfer/Klaßen entwickeln seit 2005 Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller zum Zentrum machen und mit eigenen Strategien und Ästhetiken konfrontieren. Das Team ist deutsch, französisch-westafrikanisch. Alles ist, was es ist. Es geht nicht um Erfundenes oder Symbolisches weder auf der Text-, Spiel- oder Materialebene. Sie versuchen einen möglichst direkten Transport von Leben ins Theater und von Theater/Performance ins Leben.

Wiener Festwochen
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