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Hausputz

von Péter Nádas 18.04 | 20:00

Nur noch die Nägel an den Wänden, ein letztes Bild des alten Hausherrn – sonst ist der Raum leer. Klára, die ältliche Herrin der Villa, überwacht den Hausputz. Alles soll neu und sauber werden. Das Dienstmädchen Zsuzsa wischt willig, der junge Jóska unter Protest. «Wenn wir vollkommene Sauberkeit schaffen könnten, könnten wir nicht immer wieder von vorne beginnen.» Die drei nähern sich einander an – und stoßen sich ab. Bekunden sich Liebe – und bezichtigen sich der Lüge. Respektieren und verachten sich. Jóska und Zsuzsa hoffen auf das Erbe, das Haus. Dafür würden sie stehlen, vielleicht sogar töten. Klára will Herrin ihrer Geschichte bleiben. Alle drei wollen ihre Existenz erleben, ihr Dasein spüren. «Auch das Hässliche ist schön. Schlecht ist nur, was nicht ist.» Gedanken, Visionen, Lügen. Sie kreisen sich ein, geraten in einen Strudel aus Erinnerungs- und Traumbildern.

Morbide und voller Lebenshunger beginnen sie ein Vexierspiel der Projektionen – in dem Realität und Vorstellung verschwimmen. Langsam beginnen die drei, das Zimmer wieder einzuräumen. Der Ungar Péter Nádas ist als Autor von Romanen wie dem «Buch der Erinnerung» weltweit bekannt geworden.Seine Theaterstücke zeichnen sich durch große Musikalität und poetische Kraft aus. Regie: Barbara Schulte

13,20 € (erm. 8,80 €)
0231/5027222, www.theaterdo.de

schauspielhaus, Studio, Dortmund
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