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Thomas Beimel zum 50. Geburtstag
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Eric Saties »Messe des pauvres« ist eine Liturgie des Weglassens: Im Verlaufe der Musik entschwindet der Chor, dann werden auf der Orgel nur noch die Manuale angeschlagen, während das Pedal verstummt. Knappe, lakonisch formulierte Klanggesten bestimmen das Werk. Eine bewusst arme Musik. Mit Fantasielosigkeit oder gar Not hat das nichts zu tun.

 
Vielmehr wird Armut hier verstanden als freiwillig gewählte Reduktion. So begriffen ist sie nicht nur ein Ideal der für Europa prägenden christlichen Religion, sondern auch ein bewährtes Mittel, Formen und Inhalte der Kunst auf Wesentliches zurückzuführen.
 
In allen Traditionen, auf die sich der im vergangenen Jahr verstorbene Komponist Thomas Beimel in seiner kompositorischen Arbeit bezieht, lässt sich ein ähnliches Grundprinzip erkennen: Weniger ist mehr!


Die Beschränkung ermöglicht dabei paradoxerweise einen erstaunlichen Reichtum der Ausdrucksformen: in der europäischen Klassik ebenso wie in der rumänischen oder lateinamerikanischen Moderne und Avantgarde.
 
Thomas Beimels Musik entsteht ebenfalls durch Konzentration auf Essentielles und Verzicht. Für die Herstellung der Musik bedarf es weder digitaler Medien noch der Aufrüstung durch eine technisch verstärkte Beschallung. Stattdessen reichen wenige Menschen, die diese unmittelbar sinnlich erlebbar mit ihren Stimmen und den von ihnen gespielten Instrumenten erzeugen. Und auch bei den kompositorischen Mitteln setzt der Komponist auf Reduktion.
 
Auch heute ist Armut – nicht zu verwechseln mit Spardiktaten oder gar mittellosem Elend – eine angemessene Strategie, auf Wesentliches aufmerksam zu machen: Wie kostbar der gedankliche und emotionale Freiraum ist, der durch Musik als Praxis kunstvoller zwischen menschlicher Kommunikation entsteht.


Auf dem Programm stehen Werke von Thomas Beimel und solche, die ihn in seinem künstlerischen Schaffen besonders angeregt haben, dazu gehören Kompositionen von Eric Satie, Joseph Haydn, Boris Blacher und Myriam Marbe.
 
Termine:

26.05.2017, 20:30 Uhr
Neue reformierte Kirche, Wuppertal


27.05.2017, 20:00 Uhr

Kunstmuseum Bochum


28.05.2017, 18:00 Uhr

St. Peter, Essen-Kettwig


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