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Kann Heidi brauchen, was es gelernt hat? (2008)


Theater Bielefeld
q   Fonds Experimentelles Musiktheater

feXm-Team:


Leo Dick – Komposition, Inszenierung


Tassilo Tesche – Szenographie


Felizitas Ammann – Libretto



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Die Schweizer Alpen auf dem Bielefelder Marktplatz. Mit einer scheinbar typischen Klanglandschaft aus Kuhglocken, Alphörnern, Holzratschen und Jodlernwird das Publikum bereits vor dem Theater am Alten Markt auf die ungewöhnliche Aufführung eingestimmt, bevor es die Stufen in den Saal erklimmt (Almauftrieb). Dort schickt der Berner Komponist Leo Dick mit seinem Team das bekannte Personal aus Johanna Spyris Heidi-Romanen in ein Szenario aus Schultafeln und Tischbergen.
 
In dem szenischen Musikpanorama spielen die zwölf Musikerdarsteller neben ihren Bühnenrollen allerlei urtümliche Geräuschinstrumente. Allerdings wird in diesem irrwitzigen Klangbestiarum die Heimat-Folklore gehörig auf den Kopf gestellt und die heile Bergidylle als reines Klischee entlarvt. Die schrill-skurrilen Figuren, in ständiger Wanderschaft zwischen Natur und Kultur, Wildnis und Zivilisation, Stadt und Land, jagen vergeblich Heidis Glücksversprechen nach und finden weder zu sich selbst noch zu ihrer idealisierten Hauptperson: Heidi bleibt unbesetzt, der Mythos eine  symbolische Leerstelle – Utopie.


Im Anschluss an die Aufführungen in Bielefeld wurde »Kann Heidi brauchen, was es gelernt hat?« eingeladen zur Biennale Bern (September 2008) und zur Präsentation vor einem internationalen Musiktheaterpublikum bei zwei Aufführungen im Berliner Radialsystem V (November 2008) im Rahmen des vom Internationalen Theaterinstituts ausgetragenen Wettbewerbs MUSIC THEATRE NOW.
 
Mit: Barbara Berger, Danielle Bonito Salès, Mathias Bühler, Titus Engel, Stefan Imholz, Annekatrin Klein, Martin Klein, Christín Mollnar, Daniele Pintaudi, Samuel Stoll, Swantje Tessmann, Helmuth Westhausser


Aufführungen
06./14./15.06.2008 Theater Bielefeld

14.09.2008 Konservatorium Bern
21./22.11.2008 Radialsystem Berlin


»Ein bloßes Dutzend Akteure, die Musiker und Darsteller sind, ein fulminantes ad-hoc-Ensemble unter der Leitung von Titus Engel – sie umkreisen bar jeder Chronologie jene Heidi, die das Publikum nie zu Gesicht bekommen wird. Was man hört, wird meist unmittelbar aus der Szene, aus dem, was gesagt und erzählt wird, aus der Bewegung und dem Sachinventar abgeleitet: Es wird gefegt und geschoben, laut mit Kreide geschrieben oder mit Holzschuhen aufgetreten, es wird geklingelt und geläutet. Jede Szene entwirft mit großer Phantasie neue instrumentale, vokale, theatralische Konstellationen, alpine Versatzstücke wie Zither und Alphorn werden vergnüglich von folkloristischen Klischees befreit. Dem Musiktheater bekommt das über kurzweilige anderthalb Stunden so gut, dass es selbst zum eigentlichen Thema wird. Keine Ahnung also, ob das Heidi brauchen kann, was es gelernt hat. Sicher aber kann das Musiktheater heute solche Arbeiten brauchen und weiter davon lernen.«
Deutschlandfunk


feXm-Team:


Leo Dick – Komposition, Inszenierung


Tassilo Tesche – Szenographie


Felizitas Ammann – Libretto



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