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White Limozeen


Johannes Müller / Philine Rinnert
q   Impulse Theater Festival

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Die Operngeschichte ist voller Stücke, die das Ferne und Fremde als exotische Sensation verkaufen. Anhand der Puccini-Oper »Madama Butterfly« und ihrer eigenen Biografien führen eine Sopranistin und eine Schlagzeugerin durch die spannungsreiche Geschichte eines Genres zwischen Rassismus und einer Besetzungspraxis, die sich nicht für Herkunft und Ethnie der Darsteller*innen interessiert.

»Madama Butterfly« wurde 1904 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Das Stück erzählt die Geschichte einer jungen japanischen Geisha, die um die Jahrhundertwende mit einem amerikanischen Offizier verheiratet wird. Kurz nach der Hochzeit lässt er sie in Japan zurück. Drei Jahre wartet Butterfly auf seine Rückkehr und verzehrt sich nach seiner Liebe. Als er mit seiner neuen amerikanischen Ehefrau zurückkehrt, um den gemeinsamen Sohn nach Amerika zu bringen, nimmt sich Butterfly das Leben.


In »White Limozeen« sind Fotos und Filmaufnahmen aus historischen Inszenierungen des Stücks zu sehen, die beiden Darstellerinnen stellen Butterflys Posen nach und interpretieren Puccinis Arien. Dabei wird deutlich, wie sehr die Darstellungstradition von Klischees geprägt wird, durch die das Ferne überhaupt erst zum Fremden wird.


Diese Auseinandersetzung mit »Madama Butterfly« ist der rote Faden der Inszenierung und Ausgangspunkt für Ausflüge in die Geschichte klassischer Musik und den Opernalltag der Gegenwart. Die lange Tradition schwarzer Künstler*innen auf den großen Bühnen dieser Welt trifft auf deren Verschwinden aus dem Bewusstsein der Operngeschichte, die heute gängige »farbenblinde« Besetzung trifft auf Rassismuserfahrungen der beiden Darstellerinnen. Ein Musiktheaterabend, der sein Genre fern jeder Denunziation schonungslos seziert.


Termine:

14.06.2019, 19:00 Uhr
15.06.2019, 21:00 Uhr
16.06.2019, 18:00 Uhr

Botschaft am Worringer Platz, Düsseldorf


Sprache: Deutsch und Englisch mit englischer und deutscher Übersetzung


Extra:
14.06.2019 im Anschluss an die Vorstellung Publikumsgespräch in deutscher Sprache mit den Künstler*innen und N.N.

Moderation: Dr. Christian Esch, Musikwissenschaftler und Direktor des NRWKS


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